Aktuelle Veranstaltungen im Rahmen der af-Kolloquienreihe

02/2017
Beseitigung von Kampfmitteln

am Donnerstag, 30. November 2017

Aufgrund der großen Nachfrage im vergangenen Jahr bietet das af in Kooperation mit dem Kampfmittelbeseitigungsdienst nochmals eine Veranstaltung zum Thema "Beseitigung von Kampfmitteln" an.

Im Untergrund verborgene Kampfmittel der beiden Weltkriege können auch heute noch Leben gefährden. Die Beseitigung von Kampfmitteln hat daher nichts von ihrer Aktualität verloren und gehört heute zum Standard bei der Altlastenerkundung, -sanierung sowie beim Flächenrecycling und steht regelmäßig im Blickpunkt des öffentlichen Interesses.

Der Kampfmittelbeseitigungsdienst Baden-Württemberg (KMBD BW) unterstützt nach Rechtsvorschrift die Polizeibehörden und den Polizeivollzugsdienst bei der Beseitigung von Kampfmitteln. Er übernimmt zudem im Auftrag der Betroffenen auch Beschaffung und Auswertung von Luftbildern sowie Beratungsaufgaben.

Das af möchte mit dem Kolloquium die Gelegenheit geben, einen interessanten Einblick in die Struktur und Arbeit des KMBD BW zu erhalten.

Anmeldung per Online-Formular oder per E-Mail an altlastenforum@iws.uni-stuttgart.de bis spätestens 24.11.2017 erforderlich! Die Teilnehmerzahl ist auf 20 Personen begrenzt.
Beginn: 14 Uhr / Ende ca. 17 Uhr
Veranstaltungsort: Sindelfingen "Rohrer Pfad"

 

01/2018
Sanierung Altablagerungen Tälesbach (Calw)

am Donnerstag, 25. Januar 2018

Anmeldung per Online-Formular oder per E-Mail an altlastenforum@iws.uni-stuttgart.de bis spätestens 22.01.2018 erforderlich.
Beginn: 14 Uhr / Ende ca. 17 Uhr
Veranstaltungsort: Baustellencontainer und Baustelle im Tälesbachtal, Waldstraße (nähere Informationen nach Anmeldung)

14:00   Vorstellung des Projekts mit kurzen Einführungsvorträgen zu Hintergründen, technischen Lösungen, verwaltungsrechtlichen und vertraglichen Aspekten
14:30   Begehung der Baustelle mit einzelnen Stationen. An den einzelnen Stationen sind Erläuterungen und Diskussionen in lockerer Atmosphäre geplant
16:15   Abschlussdiskussion und Ausklang im Baustellencontainer mit Glühwein (auch alkoholfrei)

„Kaiser Wilhelm 1871-1888“ ist in einen Fels bei Calw-Hirsau graviert. Die Inschrift ist dem Bauherrn der 1872 fertiggestellten Württembergischen Schwarzwaldbahn gewidmet. Der Bau war kein einfaches Unterfangen. Für das tiefe und lange Tälesbachtal musste in der Mitte des Tals der damals europaweit höchste künstliche Bahndamm errichtet werden. Der ursprünglich dort verlaufende Bach wurde verdolt und unter dem Damm hindurchgeführt. Es entstand ein abgeschnittener Talabschnitt. Die Reichs- und später die Bundesbahn nutzte „ihre“ Talhälfte zur Entsorgung von Abfällen. Die Stadt als Eigentümerin der anderen Hälfte tat es ihr gleich und deponierte Hausmüll und später Bauschutt.

Mitte der 90er Jahre wurde entdeckt, dass sich die gegenüberliegenden, 40 m hohen Böschungen rutschgefährdet und sanierungsbedürftig sind. Als kostenwirksamstes Verfahren wurde der Bau eines Stützkörpers aus 500.000 cbm Erdmaterial beschlossen. Es gibt zwei Bauherren, die DB AG und die Stadt Calw, die die Sanierung gemeinsam betreiben und einen Durchführungsvertrag geschlossen haben.

Der Bau des Erdstützkörpers erfordert ein weitgehend trockenes Tal. Der aus der Höhe kommende Tälesbach muss deshalb während der Bauzeit an dem Hang des Tales als "Umfluter" geführt werden und an dessen Ende über ein Kaskadenbauwerk 40 m in die Tiefe fließen. Dabei war zu beachten, dass der normalerweise dahinplätschernde Tälesbach meist nur 160 Litern pro Sekunde führt, bei Starkregenereignissen aber zu einem reißenden Strom mit rd. 26.000 Liter pro Sekunde anschwellen kann.

Nach dem Bau des Umfluters wurde mit dem Erdstützkörper begonnen. Vor Beginn der Bauarbeiten wurde in den rutschgefährdeten Bereichen ein vollautomatisches Überwachungs- und Frühwarnsystem für die Arbeitssicherheit installiert, das bei Überschreitung von Warnwerten die Aufsichtspersonen vor Ort automatisch per SMS informiert. So können sie notfalls eine Evakuierung auslösen. Zusätzlich wurden Inklinometermessstellen eingerichtet, die ebenfalls Hinweise auf mögliche Instabilitäten im Deponiekörper geben.

Wichtig war den Bauherren neben der Abwehr von Gefahren, der nachhaltigen Sicherung der Böschungen und der naturnahen Renaturierung eine wirtschaftliche Umsetzung. Es wurde die Genehmigung erwirkt, auch Z2-Material einbauen zu dürfen. Über Erlöse kann so ein großer Teil der Sanierungskosten refinanziert werden.

Die Baumaßnahme beinhaltet viele weitere technische Fragestellungen, wie zum Beispiel Teilabgrabungen des Deponiekörpers, die bei der Baustellenbesichtigung besichtigt werden können.

Die Kolloquienreihe des altlastenforum Baden-Württemberg e.V. hat sich als Veranstaltungsformat außerhalb der Arbeitskreise etabliert und fördert den Austausch zwischen Mitgliedern und Nichtmitgliedern sowie Unternehmen und Forschung.

Vergangene Kolloquien:
01/2017   Sanierung von Perimeter 1/3-Nordwest der Altablagerung Kesslergrube
03/2016   Beseitigung von Kampfmitteln (Kampfmittelbeseitigungsdienst, RP Stuttgart, Sindelfingen)
02/2016   Sanierungsarbeiten auf dem Schoch-Areal in Stuttgart-Feuerbach (Landeshauptstadt Stuttgart, Arcadis Deutschland GmbH)
01/2016   Neue analytische Methoden in der Altlastenerkundung (Zweckverband Landeswasserversorgung - Wasserwerk Langenau)
03/2015   Das Technologiezentrum Wasser (TZW) - von Forschung bis Praxis (TZW Karlsruhe)
02/2015   Thermische In-situ-Sanierung im Kluftgestein - die Sanierung des Standorts Biswurm: Planung, Pilotierung, Sanierungsrealität und "Lessons Learned" (VEGAS, Stadt Villingen-Schwenningen)
01/2015   Naturschutzrecht und Bodenschutz - Gegensatz oder Synergie? (Landeshauptstadt Stuttgart)
03/2014   EU-Forschungsvorhaben NanoRem - erste Ergebnisse (VEGAS - Universität Stuttgart)
02/2014   Europäische Infrastrukturprojekte - Naturschutz und Vegetationsmanagement ein Widerspruch? (Deutsche Bahn AG - Sanierungsmanagement)
01/2014   Flächenmanagement und Altlastensanierung - von EU-Förderung profitieren? (Landeshauptstadt Stuttgart)

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